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Unser Gemeindechronistenteam

Unser Gemeindechronistenteam

Christine Bloch
c.bloch@gmx.at . 

Erna Andergassen
andergassen.erna@gmail.com

Elke Ehwald

 

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Zahlen und Geschichtliches

Zahlen

Einwohner gesamt 5.064
davon Hauptwohnsitz 3.312
davon Nebenwohnsitz 1.752
Freizeitwohnsitze 902
Gästebetten 8.102
Gemeindefläche 17.37 km²
Seehöhe 1.180 m

Geschichte

Die Seefelder Hochfläche, schon in vorgeschichtlicher Zeit besiedelt, erlangte erstmalig durch den Bau einer römischen Heeresstraße über die Passhöhe geschichtliche Bedeutung. Dies war die kürzeste Süd-Nord-Verbindung von der Po-Ebene nach Augusta Vindelicorum (Augsburg), der Hauptstadt Rätiens. Später zogen dann die Germanen auf dieser Alpenstraße nach Süden, und das waldreiche Gebiet kam unter die Herrschaft bajuwarischer Edelinge. Durch eine Klostergründung in Scharnitz wurde die ganze Gegend als Scharnitzwald näher benannt. Doch erst im Jahre 1022 erfährt man aus einer Urkunde des Stiftes Wilten zum ersten Mal von einer Siedlung Seefeld „Sevelt“, aber nur hinsichtlich einer am Seeufer errichteten Kapelle, sowie der am Nordhang der Hochfläche erbauten Feste Schlossberg.

In den Seefelder Bergen hauste der Sage nach ein Unhold. Es war dies der bäuerliche Riese Thyrsus, der mit seiner Holzkeule im Kampf dem gepanzerten, schwertschwingenden Riesen Haymon unterlag, schwer verletzt in ein Felskar hinauf flüchtete, wo er verblutete. Sterbend soll er gerufen haben: „Geh hin, unschuldig Blut, sei für Viech und Menschen gut!“ Dieses letzte Wort des Seefelder Riesen hat seine mineralogische Bedeutung insofern, als man später im Schiefer ein reiches Vorkommen von bituminösem Gestein entdeckte, das, abgebaut und destilliert, anfänglich als „Türschenblut“ und „Stinköl“ in den Handel kam und bis heute als Ichthyol Heilzwecken dient. Urkundlich ist die Herstellung dieses Heilmittels seit 1350 belegt. Herzog Sigmund der Münzreiche, der von 1446 bis 1490 regierte, bevorzugte Seefeld ganz besonders. Auf seine Aufforderung hin gingen die Einkünfte aus dem Schlagbaum am Südende des Dorfes nicht mehr an die Landesregierung, sondern an die Seefelder Pfarre. Er legte auch zu Fischzuchtzwecken beim heutigen Seekirchl einen See an. Auch Kaiser Maximilian I. begünstigte Seefeld in hohem Maße, hatte er doch im Karwendelgebirge sein bestes Jagdrevier. Seefeld gewann an Bedeutung als Wallfahrtsort und auch als Durchzugsgebiet für Händler aller Art. Besonders stark war der Verkehr über die Passhöhe (an die 70 Fuhren am Tag), als 1487 wegen eines Streites des Landesfürsten mit den Venezianern der alljährlich stattfindende Bozner Markt für mehrere Jahre nach Mittenwald verlegt wurde. Die wirtschaftliche Entwicklung von Seefeld war lange Zeit ganz an die Wallfahrt gebunden. Blieb auch der Ort von den Ereignissen des Dreißigjährigen Krieges (1618 – 1648) verschont, so verringerte sich doch die Zahl der Wallfahrer zusehends, und auch der Handelsverkehr über den Seefelder Sattel ließ nach der Rückverlegung des großen Marktes von Mittenwald nach Bozen merklich nach. Am Schwersten jedoch traf den Wallfahrtsort 1775 die von Kaiser Josef II. erlassene Verfügung über die Aufhebung fast aller Klöster in Österreich. Die Mönche verzogen unter Hinterlassung der Einrichtung und der Kunstschätze, die dann verschleudert wurden. Durch den Frieden von Pressburg wurde Tirol dem Königreich Bayern einverleibt. 1808 wurde das Kloster vom bayrischen Staat zum Verkauf ausgeschrieben und ging in privaten Besitz über. Es ist das heutige Hotel „Klosterbräu“. In dem für Tirol so schicksalsschweren Kriegsjahr 1809 wurde Seefeld wiederum Durchzugsgebiet der Bayern und Franzosen, die mutwilligerweise Feuer legten, sodass der Pfarrhof, das Postamt und 16 Häuser abbrannten. Durch den Bau der Brenner- und Arlbergbahn verlor die Straße über den Seefelder Sattel an an Bedeutung. Seit den zwanziger Jahren wird die Entwicklung von Seefeld ganz von den gastfreundlichen Interessen bestimmt, die das alte Tiroler Dorf auf der sonnigen Hochebene zum erholsamen Ferienort und zum bekannten Winter- und Sommersportplatz machen. Gefördert wurde diese Entwicklung natürlich ganz wesentlich durch die günstige verkehrsgeographische Lage: Zwischen den beiden Autobahn-Ästen Innsbruck – Telfs und München – Garmisch gelegen, ist Seefeld sowohl vom Norden als auch vom Süden rasch zu erreichen. Beide Zufahrten sind wintersicher befahrbar und der Ort ist durch Murbrüche oder Lawinen nicht gefährdet. Einen besonderen Aufschwung brachte der Bau der Karwendelbahn 1912 (Schnellverbindung zwischen Innsbruck und Garmisch sowie Reutte). Anfang der fünfziger Jahre begann man mit dem Ausbau der touristischen Infrastruktur und 1970 wurde erstmals die 1-Million-Nächtigungsgrenze überschritten. Bereits dreimal war die Olympiaregion Seefeld Austragungsort der Olympischen Winterspiele in den Disziplinen Langlauf, Biathlon, Sprunglauf und Nordische Kombination. Zum ersten Mal wurden 1964 die Spiele mit dem Olympischen Feuer in Innsbruck eröffnet. Doch nicht nur für Innsbruck/Seefeld stellte dies eine Premiere dar. Es war das erste Mal, dass das Olympische Feuer entzündet wurde – heute ist die Zeremonie fixer Bestandteil jeder Eröffnungsfeier. Auch 1976 machten die Olympischen Winterspiele wieder Station in Innsbruck/Seefeld und zogen erneut tausende begeisterte Fans in die Region. Niemand konnte sich dem olympischen Flair entziehen, als der damalige österreichische Bundespräsident Rudolf Kirchschläger die Spiele feierlich eröffnete und die Langläufer, Biathleten, Skispringer und Nordischen Kombinierer dem möglichen Sieg entgegen glitten. Doch nicht zuletzt die Gastgeber der Region gaben ihr Bestes, um die Tage rund um die Olympischen Spiele zu einem unvergesslichen Erlebnis werden zu lassen und Geschichte zu schreiben. Spezielle Olympia-Angebote wurden zusammen gestellt , die köstlichsten Menüs gekocht – als gelte es Gold in dieser Disziplin zu erreichen. 2012 wurde dann zum dritten Mal das olympische Feuer in Innsbruck entzunden. Die ersten olymoischen Jugendwinterspiele waren ins Leben gerufen und auch Seefeld war mit seinen neu errichtetet Sportstätten wieder dabei.

Im Jahr 1985 war Seefeld der Austragungsort der Nordischen Ski-Weltmeisterschaften und konnte wieder mit ausgezeichneten Verhältnissen, wunderschöner Landschaft und perfekten Gastgebern punkten. Noch heute erinnert man sich gern an diese Zeit zurück und erzählt sich beim Aprés Ski die eine oder andere Anekdote. Seit 2004 knüpft man in der Region mit dem Doppelweltcup der Nordischen Kombination an die international anerkannten Erfolge an und konnte im Januar 2013 bereits zum 10. Mal Gastgeber sein. Seefeld hat sich 2013 offiziell für die Austragung der nordischen Skiweltmeisterschaften 2019 beworben. Die Nordischen Ski-Weltmeisterschaften finden alle zwei Jahre in den ungeraden Jahren in den Disziplinen des Ski Nordisch (Skilanglauf, Skispringen und Nordische Kombination) statt. Die Entscheidung zwischen den vier Kanditaten Obersdorf, Planica, Almaty und Seefeld wurde am FIS Kongress im Juni 2014 in Barcelona gefällt. Überraschend und unerwartet wurde Seefeld schon beim ersten Antreten ausgewählt und wir werden mit dem ÖSV im Februar 2019 dieses nordische Fest in unserer Region feiern.

 

Das Seekirchl

Mit der Erbauung des Wahrzeichens von Seefeld, dem Seekirchl, auch Heiligkreuzkirche genannt, wurde 1629 von Erzherzog Leopold V begonnen und 1666 vollendet. Das Seekirchl stand damals inmitten des von Herzog Sigmund dem Münzreichen im 15 Jhdt. angelegten Kreuzsees, welcher 1808 abgelassen wurde.Das Kirchlein ist einer der in Tirol seltenen, achteckigen barocken Zentralbaue mit Kuppel. Errichtet wurde es vom berühmten Innsbrucker Hofbaumeister Christoph Gumpp, das spätgotische Kreuz am Hauptaltar und die Fresken zeugen von der Bedeutung der 2. Wallfahrtskirche in Seefeld in früheren Jahrhunderten. Den ganzen Sommer (generell Pfingsten bis Mitte September) über werden jeweils Sonntags um 11.00 Uhr evangelische Messen im Seekirchl abgehalten.

 

Pfarrkirche St. Oswald

Im Zentrum von Seefeld befindet sich die Wallfahrtskirche, welche St. Oswald geweiht ist. Erste historische Aufzeichnungen stammen aus dem Jahre 1263. Zu einer der berühmtesten Wallfahrtsstätten Tirols wurde die Kirche durch das sogenannte „Hostienwunder“ im Jahr 1384. Der Legende nach forderte Oswald Milser von der Grenzfeste Schlossberg während der Messe eine größere Hostie als für die „gemeinen Leit“. Als er jene bekam, färbte sich die Hostie blutrot und sowohl der Stein, auf dem er kniete, wie auch der Altarstein, an dem er sich festhalten wollte, sanken ein. Der Abdruck seiner Hand ist heute noch zu sehen. Durch den auf diese Begebenheit folgenden Zustrom von Wallfahrern wurde die Kirche 1425 im Auftrag von Herzog Friedrich mit der leeren Tasche erweitert und 1474 unter Sigmund dem Münzreichen fertig gestellt. St. Oswald zählt zu den schönsten spätgotischen Kirchenbauten Tirols, das wunderbare Tympanonrelief entlang des Hauptportals erzählt die Geschichte des Hostienwunders, das dreischiffige Innere bietet einige Kostbarkeiten, wie die Fresken aus dem 15 Jhdt., die Kanzel mit Flachschnitzereien aus dem Jahr 1524, wertvolle Schreinfiguren, einen gotischen Taufstein und das berühmte Tafelbild von Jörg Köderer aus dem Jahr 1502. Kaiser Karl IV. passte die Renaissance-Ausstattung der „Blutskapelle“, jenem Teil der Pfarrkirche, welcher zur Aufbewahrung der Wunderhostie diente, dem Kunstgeschmack der Barockzeit an, mit Stukkaturen und Deckenfresco von Puellacher.

 

Der Seefelder Waldfriedhof

Er wurde 1947 angelegt als letzte Ruhestätte jener 63 jüdischen KZ-Häftlinge, die kurz vor dem Ende des 2. Weltkrieges im Raum Seefeld, auf dem Transport von einem KZ kommend, erschossen wurden bzw. an völliger körperlicher Erschöpfung und Auszehrung starben. Ein im linken oberen Teil des Friedhofes angebrachter Gedenkstein erinnert an sie und an die in den Lazaretten in Seefeld verstorbenen Soldaten, welche ebenfalls hier ihre letzte Ruhestätte fanden. Später wurde die Anlage zum allgemeinen Friedhof Seefelds ausgebaut, in dem auch Berühmtheiten, wie der Schriftsteller Julius Kiener und die Dichterin Lilly von Sauter begraben sind.

 

Kloster


1604 wurde der Klosterbau, der bereits 1516 unter Kaiser Maximilian begann, fertig gestellt. Die Anlage wurde den Augustinern übergeben, die neben der Seelsorge durch eine Brauerei, Forstwirtschaft und der Beherbergung von Wallfahrftsgästen, den einheimischen zu gwissen Wohlstand verhalfen. 1785 wurde das Kloster aus finanziellen Gründen geschlossen, womit der Wohlstand in Seefeld ebenso verebbte. Im 19 Jht. wurde das Gebäude an die Familie Seyrling verkauft, die bis heute ein Hotel in den ehemaligen Klosterräumlichkeiten führt.

 

Bürozeiten

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